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Beratung Inklusiv

 

Beratungsstellen für Kinder, Jugendliche und Eltern arbeiten inklusiv und sind offen für Familien mit einem behinderten Mitglied - Inklusiv bedeutet: Alle Familien sind willkommen und finden Unterstützung in Fragen der Entwicklung, Erziehung und der Familienbeziehungen

 

Unsere Beratungstellen sind selbstverständlich auch Anlaufstellen für Familien mit einem behinderten Familienmitglied. Damit folgen wir der UN-Konvention, nach der allen Menschen die Teilhabe an den gesellschaftlichen und gesetzlichen Angeboten zugänglich sein muss. So auch die Beratung in allen Fragen der kindlichen Entwicklung, der Erziehung und bei der Gestaltung der Familienbeziehungen.

Jede Familie ist einzigartig, doch verbindet Familien mit einem Mitglied mit Handycap, dass sie neben der alltäglichen Erziehung besondere Herausforderungen zu bewältigen haben:

Behinderte Kinder benötigen mehr Fürsorge und Zeit, teilweise auch mehr Beaufsichtigung und Pflege durch die Eltern. Vermehrt müssen Arzt- und Krankenhaustermine wahrgenommen werden. Dies erfordert von den Angehörigen viel Kraft, oft über Jahre hinweg. Überforderung und Erschöpfung drohen. Wie können die Familienorganisation und der Umgang mit dem Kind gelingen?

Aber auch die Geschwister sind in einer besonderen Situation. Sie erleben häuftig ganz unterschiedliche Gefühle: Wut auf die Behinderung, Scham bei ablehnenden Äußerungen von Außenstehenden, aber auch sich unbeachtet und zurückgesetzt fühlen durch die Eltern. Wie kann man ihren Bedürfnissen gut gerecht werden?

Viele Kinder, gerade mit leichteren Beeinträchtigungen, erleben ihr Anderssein und setzen sich damit auseinander. Besonders schwierig ist für sie, wenn sie wahrnehmen, dass ihre Behinderung fortschreitet. Ein erblindendes Kind erzählte z. B. in der Beratung, dass mit seiner Erblindung auch ein Schul- und Umgebungswechsel ansteht und es dadurch keinen Kontakt mehr zu seinen Mitschülern hat.

In unserer Arbeit begegnen uns auch immer wieder Mütter und Väter mit Behinderung, z. B. die Mutter im Rollstuhl, oder der gehörlose Vater. Wie kann die Erziehung gelingen, wie wirken sich Einschränkungen in der Erziehung und Beziehung zum Kind aus? Das sind Fragen, die die Eltern bewegen.

Familien mit einem behinderten Familienmitglied wussten in der Vergangenheit z. T. gar nicht, dass sie das Angebot der Beratung ganz selbstverständlich nutzen können. Sie können sich in ihren persönlichen, familiären und Erziehungsfragen an uns wenden. Unsere Beratungsstellen für Kinder, Jugendliche und Eltern stehen gerne zur Verfügung. Es gibt immer wieder auch spezielle Angebote, wie inklusive Kindergruppen oder Teilnahme von Berater*innen an Projekten von Förderschulen, um die Teilhabe von allen Menschen zu fördern.

Die Beratungsangebote sind kostenfrei, vertraulich und unbürokratisch in Anspruch zu nehmen.
Erkundigen Sie sich, wo sich die in Ihrem Landkreis zuständige Beratungsstelle befindet!

Text: Brigitta Hable/Dr. Hermann Scheuerer-Englisch