Überarbeitetes Schutzkonzept für Fachkräfte in der Beratung von Kindern, Jugendlichen und Eltern vorgestellt: Kinder schützen

Kinder schützen

Das Schutzkonzept, wie es Britta Ortwein-Feiler, Leiterin der Beratungsstelle der Katholischen Jugendfürsorge in Cham für Kinder, Jugendliche und Eltern überarbeitet und jüngst allen Fachkolleginnen und -kollegen in den diözesanweit 10 Beratungsstellen der KJF vorgestellt hat, ist die Grundlage dafür, komplexe Gefährdungslagen von Kindern und Jugendlichen zu beobachten und zu bewerten, um dann zu entscheiden, was getan werden muss.

Diese wichtige Aufgabe der Erziehungsberatungsstelle baut auf die Kompetenz der Fachkräfte in der Beratung, denn sie sind die Ansprechpartner für Kinder, Jugendliche und Erziehungsberechtigte und bilden zu dem Helfersystem eine zentrale Schnittstelle. Das neu überarbeitete Schutzkonzept ist eine wichtige und praktische Unterstützung, um Gefährdungsprozesse professionell zu begleiten.

Die Beratungsstellen in Trägerschaft der Katholischen Jugendfürsorge der Diözese Regensburg e.V. erhalten mit dem Schutzkonzept eine praktische und fachliche Anleitung, die komplexen Wahrnehmungs-, Beurteilungs- und Entscheidungsverfahren bei einer Gefährdungslage zu systematisieren und zu begründen. Die Einschätzungen von Gefährdungslagen werden dadurch nachvollziehbar und bilden eine wesentliche Grundlage für ein einheitliches Verständnis von Kindeswohlgefährdung. Sie bieten den Fachberatern einen sicheren Umgang und kompetentes Handeln in Gefährdungslagen. Talkrunde „Höhen und Tiefen des Schutzauftrags"

Unter dem Titel „Kinder schützen" stellte Britta Ortwein-Feiler und Martin Kriekhaus das Schutzkonzept den Beraterinnen und Beratern der Katholischen Jugendfürsorge der Diözese Regensburg e.V. vor. In einer spannenden Talkrunde mit verschiedenen Referenten aus dem Bereich der Jugendhilfe wurden die „Höhen und Tiefen des Schutzauftrags" ausführlich und auch kontrovers diskutiert. Als Experte zum Thema „Kindeswohlgefährdung" war Meinhard Schlund, aus der Erziehungs- und Jugendberatungsstelle Nürnberger Land, eingeladen. In seinem Vortrag plädierte der erfahrene Erziehungsberater dafür, die fachlichen Kompetenzen der Beratungsstellen noch stärker im Kinderschutz zu nutzen und einzubringen.

Praktische Anwendung des Schutzkonzepts in Themen-Workshops

Am Nachmittag der Fachtagung wurde das Schutzkonzept dann praktisch angewandt. Parallel fanden vier Workshops statt. Anhand der konkreten Gefährdungslagen Verwahrlosung, sexueller Missbrauch, Zeugen von Gewalt, Gewalterfahrungen stellten die erfahrenen Fachkräfte der Beratungsstellen Fallvignetten aus ihrer praktischen Erfahrung vor und erarbeiteten mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein entsprechendes Schutzkonzept. Die Ergebnisse wurden dann anschließend im Plenum vorgestellt und diskutiert.

Text: Britta Ortwein-Feiler, Christine Allgeyer