« Zurück

Näher am Menschen – Außenstellen der Erziehungsberatungsstellen

Außenstellen oder Außensprechtage sind für viele Erziehungsberatungsstellen der Katholischen Jugendfürsorge Regensburg seit vielen Jahren ein unverzichtbares Angebot geworden.

Um den Auftrag eines möglichst niedrigschwelligen Angebotes erfüllen zu können, ist es gerade in flächenmäßig großen Landkreisen sinnvoll, durch Außenstellen einen Zugang zu ermöglichen bzw. zu erleichtern.

Zwei Beispiele:

Familie A. nimmt das Angebot einer Erziehungsberatung gerne in Anspruch. In der Familie gibt es verschiedene Problemlagen, sodass sowohl Familientermine (Eltern und zwei Kinder) als auch Einzeltermine für jeweils eines der Kinder sinnvoll erscheinen.

Familie A. lebt ca. 50 Km von der Hauptstelle entfernt,  öffentlichen Verkehrsmittel stehen nur unzureichend zur Verfügung. Hinzu kommt, dass die Familie nur über einen PKW verfügt.

Ein für die Familie ausreichendes Angebot kann nur über eine wohnortnahe Außenstelle gewährleistet werden.

Frau B. wendet sich wegen eines aktuellen Konflikts mit ihrem 12jährigen Sohn an die Beratungsstelle. Der leibliche Vater des Jungen ist derzeit inhaftiert, Frau B. hat sich vor kurzem von ihrem Mann getrennt.

Frau B. verfügt  über keinen eigenen PKW, das Benutzen von öffentlichen Verkehrsmitteln wäre sehr zeit- und kostenaufwändig, sodass die Beratung an einer Außenstelle von ihr sehr gerne in Anspruch genommen wird.

Auf den Stellenwert von Außenstellen weist die Landesarbeitsgemeinschaft Bayern (LAG) in ihrem Mitteilungsblatt folgendermaßen hin:

Durch Einrichtung von Außen- und Nebenstellen insbesondere in sozialen Brennpunkten können die Wege zur Erziehungsberatung verkürzt und dadurch der Zugang erleichtert werden. Dies ist vor allem in Flächenlandkreisen ein sinnvoller Ansatz. (Erziehungsberatung aktuell, Mitteilungen der LAG 1/2009)

Insbesondere die Größe von Landkreisen und die damit häufig verbundene geringe oder nicht vorhandene Infrastruktur öffentlicher Verkehrsmittel erschwert oder verhindert die Inanspruchnahme von Beratung.

9 von 10 Erziehungsberatungsstellen der Katholischen Jugendfürsorge bieten ihre Arbeit in Landkreisen an, deren Fläche größer als 1000 km² ist (zum Vergleich: 60% aller Landkreise in Bayern haben eine Fläche kleiner ist als 1000 km²).

Um die Erreichbarkeit von Beratung für Ratsuchende möglichst wohnortnah zu gewährleisten unterhalten die 10 Beratungsstellen der Katholischen Jugendfürsorge insgesamt 12 Außenstellen. Hiermit leisten sie einen wichtigen Beitrag zur psychosozialen Versorgung in der jeweiligen Region.

Mit dem Angebot von Außensprechtagen sind die Beratungsstellen näher am Menschen!