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"Mutig gegen Mobbing" - ein Angebot für Schulen

 

Heftige Konfliktsituationen, Mobbingvorwürfe und mitunter Gewalt sind zu einem Dauerthema an allen Schulen geworden. Viele Lehrer und Eltern sind überfordert und benötigen zusätzliche Hilfe von außen, vor allem dann, wenn Konflikte über lange Zeit dauern und sich die Betroffenen aus eigener Kraft nicht wehren und nicht zu einer eigenständigen Konfliktlösung finden.

Immer wieder kommen daher auch Eltern und Lehrer mit dem Thema „Mobbing in der Schule" auf Beratungsstellen zu.

Das Projekt „Mutig gegen Mobbing" wird von der Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern in Tirschenreuth an zwei Vormittagen in Klassen angeboten. Am ersten Tag wird durch Gruppenübungen auf das Thema Mobbing hingeführt. Unter anderem sollen die Kinder ein Gefühl dafür entwickeln, wie es ist, in einer sehr kleinen bzw. großen Gruppe zu sein.
In Kleingruppenarbeit überlegen die Schüler, aus welchen Gründen Kinder ausgeschlossen werden und wie diese sich dabei fühlen. Auf dieser Grundlage sollen die Kinder das „Phänomen" Mobbing verstehen und anhand von Beispielen zwischen einem „einfachen" Streit/Konflikt und Mobbing differenzieren lernen.

Am zweiten Tag dürfen die Kinder nach einer kurzen Wiederholung in Rollenspielen eigene Erfahrungen sammeln. In Kleingruppen nehmen die Kinder verschiedene Rollen der Konfliktparteien ein, überlegen selber bzw. angeleitet Lösungen. Anschließend reflektieren sie ihre Erfahrungen und Erlebnisse. Hierzu werden hilfreiche und weniger gewinnbringende Lösungsansätze bei Mobbing und zusätzlich präventive, schützende Ideen gesammelt.
Als Abschluss lesen und besprechen die Beraterinnen zusammen mit den Kindern altersentsprechende Literatur wie etwa das Kinderbuch „Sophie wehrt sich" von Petra Mönter.

Kleine gruppendynamische Spiele lockern die Treffen auf und die Kinder können dabei beispielsweise erspüren, wie es sich anfühlt, beschützt zu werden oder gemeinsam als Gruppe eine Aufgabe zu lösen.

Das Team der Beratungsstelle erlebt, dass dieses Angebot für Lehrkräfte sowie Kinder und Jugendliche künftig die Hemmschwelle senkt, sich bei Schwierigkeiten an eine Beratung zu wenden.

 

Durchgeführt und weiterentwickelt wurde dieses Projekt  im Jahr 2018 in sechs Klassen einer Grundschule von Susanne Piller (Pädagogin, M.A.) und Isabella Roth (Psychologin, M.Sc.). Die Mitarbeiterinnen der Beratungsstelle für den Landkreis Tirschenreuth planen weitere Angebote.

Alle 10 Beratungsstellen für Kinder, Jugendliche und Eltern der Katholischen Jugendfürsorge Regensburg sind Ansprechpartner für Fragen rund um das Thema Mobbing. Sowohl Eltern, Kinder, Jugendliche als auch Lehrkräfte können verschiedenste Angebote zu diesem Themenbereich anfragen oder eine persönliche Beratung in Anspruch nehmen.

Susanne Piller (Pädagogin M.A.), bei dem Schulprojekt „Mutig gegen Mobbing" – hier bei der Arbeit mit Schülern an dem Thema „Wie kann ein Konflikt von Mobbing unterschieden werden?"

Text: Susanne Piller u. Isabella Roth (Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern – Tirschenreuth)